Spořice
Erste schriftliche Erwähnung über Spořice stammt aus dem Jahr 1281. Es handelt sich um eine Vermögenüberlassungsurkunde des Deutschenritterordens in Chomutov. Der Name "Spořice" selbst weist auf slowanische Gründung der Gemeinde hin. Über seiner Erstehung gibt es zwei Theorien. Nach der ersten stammt der Name aus dem Substantiv spor (Streit), nach der zweiten aus dem Verb sporý (kräftig). Aus welcher Grundlage auch immer kann der Name entstanden sein, es ist sicher, dass er seit dessen Existenz her wies er viele Änderungen an. 1281 hiess die Gemeinde Sporicz, 1497 Sparitz, 1511 Schporicz, 1563 Sparicz, 1571 das Dorf Sporitze, Schloss und Stadt Chomutow, 1587 zu Chomutow das Dorf Sparycz, 1606 Dorf Sporycz, 1654 Sporžicz. Seit der Hälfte des 16 Jh. bis Ende des 17.Jh. nannte man einen tschechischen Name, seit 18. Jh. wird die Gemeinde wieder deutsch genannt (Sporitz). 1847 ist der Name auch tschechisch angeführt - Spořice.
Nicht nur die Herkunft des Namens, sondern auch der Gründer der Gemeinde genau bekannt ist. Die wahrscheinlichste Gründer sind Načerad oder sein Sohn Bedřich, die in nicht weiter Stadt Chomutov lebten. Das Dorf Spořice wurde schon im Frühmittelalter - im 12. bis 13.Jh. gegründet. Zu dieser Zeit gehörte es zur Herrschaft der Chomutov Kommende des Deutschritterordens, die wahrscheinlich von Bedřich aus Chomutov im Jahr 1252 als Bestandteil ursprünglicher Gabe des Ordens erobert wurde. 1418 Spořice zusammen mit Chomutov wurde ein von Pfändern Wenzels IV. für den Kommandant der Königsheere Mikuláš Chudý von Lobkovic, zur Vergütung der Gelder, die er in Königsdiensten verloren hatte. Nachfolgend ging das Dorf in Besitz des Herrengeschlechtes Weitmíle über, das 1488 Verkauf der Herrschaft von Chomutov abgemacht hatte.

Von 1468 bis 1560 die Besitzer sind die Herren von Weitmíle - Beneš und sein Sohn Jan. Während ihrer Regierung wurde St. Bartholomäus-Kirche umgebaut. 1560 kaufte die Herrschaft von Chomutov Erzherzog Ferdinand von Habsburg, und besitzte sie bis 1571. 1570 die Brüder Jan, Ladislav, Kryštof und Šebestián von Weitmíle in Chomutově bestätigten die Erbbefugnis auf ewig für die Einwohner von Chomutov, Spořice, Horní Ves, Michanice und Černovice.
Weitere Besitzer von Spořice - Erzherzog Ferdinand von Tyrol, Bohuslav Felix Hasištejnský von Lobkovice und sein Sohn Bohuslav Jáchym Hasištejnský von Lobkovice. Zu dieser Zeit wurde Spořice durch s.g. Hexenprozesse "getroffen", während deren ein Paar Personen für Hexerei verbrannt worden sind. 1588 erwarb die Herrschaft Jiří Popel von Lobkovice durch Austausch um Mladá Boleslav. Der gründete in Chomutov eine Jesuitenschule und 1591 schenkte Spořice dem Jesuitenorden. 1594 liess der Kaiser Popels Vermögen beschlagnehmen und dieses bis 1606 unter die Verwaltung der Königskammer stellen. In diesem Jahr war die Gemeinde, zusammen mit Údlice, Nezabylice, Jirkov, Hora Sv. Kateřiny und Červený Hrádek mit Blatno, verkauft dem Burggraf der Region von Hradec Králové Adam Hrzán von Harasov. Während des Dreissigjährigen Kriegs erlitt das Dorf beträchtliche Schaden. 1660 erwarb das Dorf Graf Jan Hrzán z Harasova. Seitdem war Spořice Bestandteil der Herrschaft von Červený Hrádek bis 1848.

1683 wurde das Dorf durch den „schwarzen Tod“ getroffen, dem zufolge die Mehrzahl der Einwohner gestorben waren. 7 Jahre später wurde hier eine Säule aufgebaut zum Andenken an Öpfer der Tragödie. 1695 wurde im Dorf eine neue Schule aufgebaut.
1707 ein neuer Besitzer ist der Fürst Jáchym z Lichtenštejn geworden, der die Herrschaft von Zikmund Hrzán z Harasov kaufte. Spořice hatten zu dieser Zeit rund 65 bewohnte Häuser, es stritt jedoch mit schlecht funktionierender wirtschaft. Nach dem Tod Jáchyms wurde die Herrschaft 1724 dem Ehemann seiner jüngeren Tochter Dominik, Jindřich z Auersperk. verwiesen. Spořice war danach noch von folgenden zwei Generationen von Auersperken (Jiří und Jan Adam) gehalten, um endlich 1771 Jan Alexandr Rothenhan um 1 000 000 Gulden
verkauft worden zu sein. Während der "napoleonischen Kreige" erlitt das Dorf viele Schaden. Erstmals 1809 bei Invasion der westfälischen Heere, zweitemal 1813, wenn die ganze Umgebung von durchgehenden österreichischen, russischen und preussischen Gruppen verwüstet wurde.

1850 die Gemeinden wurden selbständige Verwaltungseinheiten. Seitdem began also eigene Gemeindevertretung von Spořice zu funktionieren, und die Grundherren der Herrschaft von Červený Hrádek konnte die Interessen der Gemeinde nicht mehr, wie bisher, vertreten.
1862 brach in Spořice die Epidemie der Cholera aus. Nachdem sich Spořice damit auseinander gesetzt hatten, began der Zeitraum der Änderungen. Kurz vor dem Jahr 1870 wurden südlich und westlich von der Gemeinde Braunkohlelager und gleich knapp zum Dorf Kaolinlager entdeckt. Aufgrund dieser Entdeckungen ist die Förderung angelaufen. 1870 wurde im Zusammenhang mit der Förderung auf dem Kataster von Spořice ein Hauptbahnhof Chomutov mit vielen Eisenbahnwerkstätten aufgebaut. Der Kataster der Gemeinde war somit durch vier Eisenbahnen gekreuzt. Immer mehr und mehr Einwohner gewannen Arbeit auf der Eisenbahn und in den Fabriken Chomutovs. Am Ende des 19. Jhs. Lebten in Spořice nur 3% Tschechen, dank Zufluss der Eisenbahnarbeiter began jedoch deren Anzah zu steigern (1921 schon 9%). Während der Wirtschaftskrise wurden einige Gruben wieder geschlossen (z.B. "Anna" und "Ludvík"). Seit 1877 wurde eine Dreiklassenschule eingeführt, 1900 wurde ein neues Schulengebäude aufgebaut, das der Gemeinde bis heute dient. Ende des 19. Jhs. war in Spořice auch ein Zeitraum der Vereine. Während ein Paar Jahre entstanden hier z.B. Verein freiwilliger Feuerwehrleute (1889), "Landwirtschaftlicher Verein" (1893), "Verein der Spar- und Anleihenkasse" (1898) und "Verband der Deutschen in Böhmen" (1899).
Nach Entstehung selbständiger Tschechoslowakei war Spořice eine der ersten Gemeinden im Bezirk Chomutov, die eine tschechische Schule hatte. Diese entstand 1919, zuerst als eine Einklassen-, ein Jahr später jedoch wurde sie auf eine Zweiklassenschule erweitert. Schliesslich wurde sie 1938 zwangsweise unterbrochen.
1938 wurde die Gemeinde Bestandteil der zum Deutschen Reich angeschlossenen Sudeten. Die Mehrheit der Tschechen verliessen das Dorf lieber, einige sind jedoch durch die ganze Kriegszeit geblieben. 1941 wurde in der Gemeinde ein Gefangenenlager für die französischen, englischen und griechischen Gefangenen errichtet. Seit 1943 bis 1945 wurde die Gemeinde verwaltungsgemäss mit Chomutov verbunden. Zum Schluss des Zweiten Weltkrieges ( 17. und 19. April 1945) war Spořice Ziel der Bombardierung der amerikanischen und britischen Flugzeuge. Die war an Poldina Huť – Hütte (heute Eisenwerk Chomutov) angerichtet. Dabei wurden 32 Häuser zerstört und weitere 22 davon sehr schwer beschädigt. 107 Leute sind ums Leben gekommen. 5. Mai 1945 wurden nach Spořice die Gefangenen aus den deutschen Konzentrationslagern zugeführt, deren Ziel Terezín gewesen sein sollte. Sie wurden in einigen hiesigen Scheunen eingeräumt, wo einige von Hunger und Erschöpfung gestorben sind, einige wurden erschossen. Am Morgen, den 9. Mai 1945 geriet nach Spořic die Rote Armee.

Kurz danach wurde die Übernahme der Gemeinde in die tschechoslowakische Verwaltung verlautbart, gefolgt von "Wiederbesiedlung" der Gemeinde durch die tschechischen Bürger.
Im Zeitraum 1956 - 1960 war Černovice zu Spořice angeschlossen, diese Gemeinde wurde jedoch in den Jahren 1965 - 1970 wieder selbständig. 1974 war die landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft (JZD) Spořice (gegründet in den 50er) vereinigt mit JZD Droužkovice, Chomutov, Krbice und Údlice. Krbice war der fortschreitenden Bergtätigkeit zufolge 1983 aufgehoben und deren Kataaster wurde verwaltungsgemäss zu Spořice überführt. 1995 wurde ein Örtliches Programm der Erneuerung der Gemeinde genehmigt..
Spořice entwickelte sich seit Jahrhunderte her aus beinahe echter landwirtschaftlichen Gemeinde zur Siedlung der Angestellten der Industriebetriebe und Eisenbahn, mit einer Reihe der Privatfirmen im Dienstleistungen-, Handels- und Bauherstellungsbereich.
Bibliographie: Pachner, J., Brand, R.: Spořice - Z historie obce. Chomutov 1998
Binterová, Z.: Zaniklé obce Chomutovska. Chomutov 1995
Kotyška, V.: Úplný místopisný slovník království Českého. Praha 1895
Blažíček, J.: Čítanka ke středověkým dějinám chomutovského okresu. Chomutov 1961
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